
Kronen Zeitung
HATTRICK GEGEN ALTACH
Am Mittwoch kickte Ried-Held noch gegen Messi
Die SV Ried hat mit einem turbulenten Comebacksieg die Enttäuschungen vor der Länderspielpause abgeschüttelt. Trotz einer schwachen ersten Hälfte gelang den „Wikingern“ nach 0:2-Rückstand im Qualigruppen-Gipfeltreffen gegen Altach ein viel umjubelter 3:2-Erfolg. Eine Rote Karte für Altachs Ousmane Diawara wegen eines Ellbogenschlags schrieb die Geschichte des Spiels neu. In der Hauptrolle: Kingstone Mutandwa, der eine wundersame Woche mit einem lupenreinen Hattrick krönte.
Der Teamstürmer Sambias war erst am Vorabend des Spiels von seiner Länderspielreise zurückgekehrt. Diese hatte ihn nach Buenos Aires geführt, 60 Minuten lang stand er beim 0:5 gegen Weltmeister Argentinien mit Lionel Messi am Platz. „Messi war eine wunderbare Erfahrung, jeder Spieler möchte zumindest einmal im Leben gegen ihn gespielt haben. Gegen Weltklassespieler wie ihn zu spielen, war eine gute Motivation für das Spiel“, sagte die Leihgabe von Cagliari Calcio.
Wegen der Reisestrapazen war Mutandwa von Ried-Coach Maximilian Senft als Einwechselspieler für die zweite Hälfte aufgeboten worden. Der „Joker“ stach mit zwei Kopfballtoren und einem verwandelten VAR-Elfmeter in der 93. Minute. 12 Tore hat der 23-Jährige nun angeschrieben, seine Zukunft liegt wohl nicht im Innviertel. Danach befragt, ob er sich auch einen längeren Aufenthalt vorstellen könnte, sagte er etwas zögerlich: „Natürlich, aber ich weiß nicht was die Zukunft bringt. Die Leute sind gut, Ried ist eine schöne Stadt.“
„Osterjause wird püriert“
Fast eine Stunde lang hatte auf einen Heimsieg, der Ried zwei Punkte vor Altach an die Spitze brachte, kaum etwas hingedeutet. Altach führte durch Patrick Greil (27.) und ein Blitztor nach Wiederbeginn von Mohamed Ouedraogo (46.) nicht unverdient mit 0:2. Untypisch für Ried: In der ersten Hälfte waren die „Wikinger“ auch in den Zweikämpfen unterlegen. „Die Kabinenansprache vom Coach war lauter, zurecht“, sagte Michael Sollbauer. Der Verteidiger-Routinier musste in der 58. Minute den spielentscheidenden Ellbogenschlag einstecken und sagte nach dem Gesichtstreffer dennoch gut gelaunt: „Es bedarf vielleicht noch einen Besuch beim Zahnarzt. Die Osterjause wird püriert.“
Senft kritisierte das Auftreten seiner Mannen in der ersten Hälfte als mutlos und fehlerbehaftet, konnte dann aber ein erfolgreiches Überzahlspiel herausstreichen. „Nach der Roten Karte waren wir geduldig im Bespielen eines tiefen Blocks – uns wird ja gerne nachgesagt, wir können nur hohe Bälle spielen. Wir haben gut die Außen genutzt und drei richtig gute Mutandwa-Momente gehabt.“ Bemerkenswert: Unmittelbar vor der Länderspielpause hatte sein Team nach 2:0-Führung und einer Roten Karte mit 2:3 gegen Blau-Weiß Linz verloren.
Altach-Coach trotz Niederlage gelassen
Altach ärgerte sich über vergebene drei Punkte und eine verpasste Chance, dem Klassenerhalt bereits deutlich näher zu rücken. „Durch die Rote Karte kippt die Dynamik im Spiel komplett. Dennoch müssen wir nicht drei Tore kriegen, da haben wir uns nicht gut angestellt“, sagte Trainer Ognjen Zaric nach der erst zweiten Niederlage seiner bisher erfolgreichen Amtszeit. Demnach sei er auch „weit davon entfernt“, nach dem Rückschlag als Psychiater eingreifen zu müssen. „Es ist Fußball und es ist klar, dass wir als SCR Altach nicht überall hinfahren und sagen: ‘Die klatschen wir weg‘, meinte Zaric gelassen. „Wir werden in der Liga bleiben, wir brauchen noch ein paar Punkte und die werden wir auch holen.“
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Bild: AFP/APA/JUAN MABROMATA














